Revision [2783]

Last edited on 2021-08-01 15:50:41 by MarcelloCastellani

No differences.

Revision [2782]

Edited on 2021-08-01 15:49:43 by MarcelloCastellani
Additions:
{{anchor target="12" text="11. Flores y amores"}}
====={{anchor name="12" h2=}}Flores y amores=====
Zeit: später Winter 221 ndGFdB
Wichtige Personen: **Aleja, Abuelita Ruiz Perez **
“Maldito!” Aleja schob sich reflexartig ihren Zeigefinger in den Mund und schmeckte den blechernen Geschmack ihres Bluts. Derart ungeschickt hatte sie sich bestimmt seit einem Jahr nicht mehr angestellt und sie schüttelte innerlich über sich selbst den Kopf. Ihre Mutter warf ihr nur kurz einen bedeutsamen Blick zu, aber auch ohne diesen wusste Aleja, dass sie nun abwarten musste, bis der feine Schnitt in ihrem Finger aufhören würde zu bluten. Allzu schnell würde sie sonst nur das wertvolle, seidenfeine Papier, an dem sie sich soeben geschnitten hatte, ruinieren und damit auch die Handwerksarbeit der vier Frauen, die hier beisammen saßen. Bei den einfachen, gröberen Stoffblüten wäre dies vielleicht verzeihlich gewesen, nicht aber bei den delikaten Papierblüten, die ihre Abnehmerschaft besonders in der oberen Gesellschaft der Großstädte fand. Aleja hatte es nie so recht verstanden, weshalb ausgerechnet die anfälligen und kurzlebigen Papierblüten besonders bei den besser betuchten Kundinnen und Kunden reißenden Absatz fanden, während die Stoffblüten, denen auch ein kleiner Regenschauer nichts anhaben konnte, zu deutlich geringeren Preisen veräußert wurden, obwohl sie oftmals um ein Vieles langlebiger waren.
“Es ist eine Frage des Materialwerts einerseits”, hatte ihre Mutter erklärt. Diesen Aspekt hatte Aleja noch verstanden, da sie wusste, dass das Seidenpapier viel teurer im Einkauf war als die Stoffreste, aus denen die Blüten zusammengenäht wurden. Zudem war mehr kunstfertiges Geschick in den Falttechniken gefragt. Es erschloss sich ihr aber nicht, was ihre Mutter dann weiter erläuterte: “Außerdem ist es eine Frage des Status sich Dinge leisten zu wollen, von denen man weiß, dass sie nur kurz währen. Man drückt damit aus, dass man sich jederzeit Ersatz leisten kann.” Aleja fand das äußerst unsinnig. Sie träumte davon eine ganz bestimmt Blüte aus Stoff geschenkt zu bekommen, damit sie sich diese anschließend anstecken und sie aller Welt zeigen könnte und jeder um ihre Liebe wüsste… Was hätte sie davon, wenn sie diese in einem Kästchen versteckt hegen müsste, immer in der Angst, dass sie zerreißen würde?
“Ich weiß, an wen du grade denkst”, neckte ihre Cousine Fernanda sie. Jäh schreckte Aleja aus ihren Gedanken und fühlte sich ertappt, was sogleich eine leichte Röte auf ihren Wangen bezeugte. Sie tat, als hätte sie ihre Cousine nicht gehört und pustete stattdessen über ihren Finger, um sicherzustellen, dass kein weiteres Blut hervortreten würde. “Ihr jungen Frauen habt es heute so einfach”, sinnierte Abuelita plötzlich und faltete doch mit einer Schnelligkeit und einem Geschick die nächste zartrosa farbene Blüte weiter, dass Aleja für einen Moment fast vergaß, dass die alte Frau kaum mehr etwas sehen konnte. Aber sie hatte bereits ihr ganzes Leben diese Blüten gefertigt, dass sie schon gar nicht mehr über das nachzudenken schien, was ihre Hände taten. “Wie meinst du das?”, hakte Fernanda nach. “Meinst du, die Männer sind heute alle stattlicher, stärker, reicher und treuer als früher?”, fügte sie träumerisch hinzu. “Mach dich nicht lächerlich, Männer sind Männer. Si quieres el perro, acepta las pulgas”, wischte Abuelita den Gedanken fort. Wer den Hund will, muss die Flöhe akzeptieren. “Aber Frauen sind anders geworden. Ich habe von Frauen in der Hauptstadt gehört, die Kniebundhosen mit Schleifen über hübschen Strümpfen tragen. Die selbst in den Räten und Zünften sitzen und vielleicht öffentlich nicht so laut sprechen wie die Männer, die aber hinter verschlossenen Türen genauso viel zu sagen haben. Die einem Verehrer einfach selbst eine Blume anstecken würden, statt wie ein Trauerkloß darauf zu warten, dass etwas passiert.” Nun richtete sie ihren durchdringenden Blick auf Aleja, auch wenn diese wusste, dass Abuelita sie unmöglich mit mehr als einer Armlänge Abstand erkennen konnte. Manchmal war diese Frau geradezu unheimlich. “Ich bin kein Trauerkloß”, murmelte Aleja nur.
“Abuelita, du solltest aufhören den Mädchen derartige Flausen in den Kopf zu setzen. Nur weil sich die feinen Herrschaften in El Barrio damit rühmen, selbst im Winter Erdbeeren zu essen, heißt das noch lange nicht, dass dies für unsereins gilt. Ein Mädchen tut gut daran bescheiden und geduldig zu sein und zu warten - und nicht die ersten Lippen, die es küssen wollen, zu heiraten. Einen Ehemann findet man nicht, wenn man sich den Männern an den Hals wirft”, wandte Alejas Mutter nun ein. “Von heiraten habe ich doch auch gar nicht gesprochen”, entgegnete Abuelita halb verschmitzt, halb beleidigt. “Abuelita!”
Fernanda lachte schallend auf, was ihr erst recht einen tadelnden Blick ihrer Tante einhandelte. Aber Aleja verstand ihre Mutter nur zu gut. Sie würde niemals sein wie diese Frauen, von denen ihre Großmutter da gesprochen hatte. Sie würde weiter darauf hoffen, dass Mateo, den sie bereits ihr Leben lang als Freund ihres Cousins kannte, sie endlich mit anderen Augen ansehen würde und nicht, als sei sie seine kleine Schwester. Sie würde ihm weiter zum Beginn eines neuen Jahres ganz unverbindlich eine Pfirsichblüte für eine gute Ernte anstecken, so wie man es mit guten Bekannten und Freunden in Empinar el Codo, das mehr von der Landwirtschaft lebte als jeder andere Teil Jarlows, eben tat. Sie würde weiter davon träumen, wie er ihr eine Fliederblüte, oder besser noch ein zartes Veilchen anstecken würde…
“Willst du nun eigentlich den ganzen Tag noch so da sitzen oder uns endlich mal wieder helfen?”, riss ihre Mutter Aleja jäh aus den Gedanken. Schnell schüttelte Aleja ihre Gedanken ab und machte sich wieder ans Werk. Es konnte kurz vor dem Jahreswechsel nicht genügend Blüten geben, und die besten kamen bekanntlich aus Empinar el Codo, aus der Familienmanufaktur von Abuelita Ruiz Perez.


Revision [2777]

Edited on 2021-03-01 08:43:05 by MarcelloCastellani

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Revision [2776]

Edited on 2021-03-01 08:42:47 by MarcelloCastellani
Additions:
Paola verstand nicht, worum es ging. „Hija, höre einfach zu, was Tia Maria so alles zu erzählen hat, du kannst viel von ihr lernen.“ Und so hörte Paola zu und lernte, wie man Tränenflecken aus Kopfkissen und Blutspritzer von Ärmelsäumen entfernte, dass abgetrennte Ohren und Finger getrost im Hühnerhof entsorgt werden konnten, ganz Körper hingegen von den Knechten der Schweinefarmbesitzer am Stadtrand ….Paola fragte sich mehr und mehr, bei welchen Leuten ihre Tia arbeitete. Zurück auf dem Eselkarren nahm sie all ihren Mut zusammen und fragte Tia Maria: „Woher weißt du das alles, Tia?“ Die alte Dame dachte kurz nach, lächelte und beugte sich vor und sagte: “Los sordos, ciegos y mudos vivirán en paz durante cien años.“….
Die Tauben, Blinden und Stummen leben hundert Jahre in Frieden.
Deletions:
Paola verstand nicht, worum es ging. „Hija, höre einfach zu, was Tia Maria so alles zu erzählen hat, du kannst viel von ihr lernen.“ Und so hörte Paola zu und lernte, wie man Tränenflecken aus Kopfkissen und Blutspritzer von Ärmelsäumen entfernte, dass abgetrennte Ohren und Finger getrost im Hühnerhof entsorgt werden konnten, ganz Körper hingegen von den Knechten der Schweinefarmbesitzer am Stadtrand ….Paola fragte sich mehr und mehr, bei welchen Leuten ihre Tia arbeitete. Zurück auf dem Eselkarren nahm sie all ihren Mut zusammen und fragte Tia Maria: „Woher weißt du das alles, Tia?“ Die alte Dame dachte kurz nach, lächelte und beugte sich vor und sagte: “Los sordos, ciegos y mudos vivirán en paz durante cien años.“…. Die Tauben, Blinden und Stummen leben hundert Jahre in Frieden.


Revision [2775]

Edited on 2021-03-01 08:33:23 by MarcelloCastellani
Additions:
{{anchor target="11" text="10. Hundert Jahre Frieden"}}
__Paola__ - Wäscherei Mädchen
====={{anchor name="11" h2=}}Hundert Jahre Frieden=====
Wichtige Personen: **Paola **
Wichtige Orte: Jarlow
„Paola, kommst Du?“. Das junge Mädchen schreckte hoch. Ihre Mutter legte, obwohl sie im Gespräch mit Tia Maria versunken war und ein gewaltiger Wäscheberg aus ihrer Kraxe ragte, ein gehöriges Tempo vor. Es war Wochenmitte, und wie jeden Tag zur Wochenmitte trugen die Frauen die Wäsche aus den Häusern der feinen Leute aus der Stadt hinaus, um sie im sauberen Wasser des Schurans im Süden zu waschen, ehe der Fluss sich in der Stadt durch allerlei Unrat in eine Brühe wandelte, aus der man die Wäsche wohl dreckiger rausholte, als sie vorher je gewesen sein könnte. Paola war das erste Mal dabei. Jetzt, wo sie endlich zwölf Jahre alt war, hielt es ihre Mutter wohl für eine gute Idee, dass sie einmal sehen sollte wie es aussah, wenn Waschtag war. Sie waren die Strecke mit einem der zahlreichen Eselkarren gefahren, ehe sie den letzten Teil des Weges zu Fuß zurück legten. Ihre Madre hatte betont, wie wichtig es war eine gute Stelle zu haben. Mit den anderen Frauen, die sie aus ihrer Nachbarschaft kannte, folgten sie einem schmalen Pfad den Hügel hinauf. An der Kuppe angekommen bot sich ihnen der Anblick des gewaltigen Flusses, der sich hier einen Weg bahnte.
In einer Flussbiegung an einer flachen Stelle, wo das Wasser nicht so schnell floss, stellte Madre den Korb nieder, ohne jedoch das Gespräch mit Tia Maria zu unterbrechen. „Maismehl….Maismehl etwas Gips und nicht zu viel Wasser.“ Worüber sprach Tia da? „Wozu das Mehl?“, erwiderte Madre. Tia Maria war eigentlich gar nicht ihre Tante, sondern nur ihre Nachbarin, sie wohnte ganz unten im Mietshaus und war schon sehr alt. Paola kannte sie seit sie auf der Welt war. „Wenn du bloß Gips nimmst, wird es zu hell.“ Es schien nicht um Essen zu gehen….. „Die Farbe der Wände bekommt irgendwann so einen Gelbstich, das fällt aber erst auf, wenn du anfängst mit Gips auszubessern…“ Sie wusste gar nicht, dass sich ihre Tia für das Bauen interessierte. Die Wände in ihrer kleinen Wohnung waren über die Jahre eher grau geworden und hatten unzählige kleine Risse, die nie ausgebessert wurden. „Die Löcher sind ja meisten nicht sehr tief… hol mit einem Messerchen die Kugel heraus, dann den Maismehl-Gips-Brei reinschmieren, glatt streichen - der Rest geht wie von selbst. Und denke daran...“ Als hätte sie es schon unzählige Male gehört, beantwortete ihre Mutter den Satz „….das Blut niemals wegwischen sondern immer wegtupfen.“ Die beiden Frauen brachen in schallendes Gelächter aus.
Paola verstand nicht, worum es ging. „Hija, höre einfach zu, was Tia Maria so alles zu erzählen hat, du kannst viel von ihr lernen.“ Und so hörte Paola zu und lernte, wie man Tränenflecken aus Kopfkissen und Blutspritzer von Ärmelsäumen entfernte, dass abgetrennte Ohren und Finger getrost im Hühnerhof entsorgt werden konnten, ganz Körper hingegen von den Knechten der Schweinefarmbesitzer am Stadtrand ….Paola fragte sich mehr und mehr, bei welchen Leuten ihre Tia arbeitete. Zurück auf dem Eselkarren nahm sie all ihren Mut zusammen und fragte Tia Maria: „Woher weißt du das alles, Tia?“ Die alte Dame dachte kurz nach, lächelte und beugte sich vor und sagte: “Los sordos, ciegos y mudos vivirán en paz durante cien años.“…. Die Tauben, Blinden und Stummen leben hundert Jahre in Frieden.


Revision [2771]

Edited on 2021-02-14 11:42:09 by MarcelloCastellani
Additions:
{{anchor target="10" text="9. Corporal Ricks Wachdienst"}}
__Corporal Rick__ - Mitglied der Legion Extranjera
====={{anchor name="10" h2=}}Corporal Ricks Wachdienst=====
Wichtige Personen: **Corporal Rick **
Wichtige Orte: Hafenviertel, Casa Panificadora
Corporal Rick war seit annähernd 20 Jahren bei der Legion Extranjera; die meiste Zeit davon hatte er unter Capitano Rastrojo gedient. Heute war sein Wachdienst am Marktplatz in Jarlow-Ciudad, weil er nunmehr etwa die letzten 6 Monate - oder vielleicht auch schon ein halbes Jahr (Rick zählte nie die Tage) - in der ständigen Hafenwache eingeteilt war. Allerdings bewachte keiner der Soldados tatsächlich den Hafen als solchen, sondern vielmehr die Tavernen, so dass niemand bei Schlägereien zu Schaden käme und sich Tavernenschlägereien nicht auf die Straße auswirkten.
Der frische Wind heute Morgen trieb einem den Geruch von den Fischerkähnen in die Nase. An dem Tiefgang konnte Rick erkennen, wie gut der Fang heute war. "Hola Ricky, wir haben heute ein Fass, das aus dem Hafen muss!" Der Satz war fast ein bisschen laut ausgerufen, dabei saß der junge Fischer gar nicht so weit von Corporal Rick entfernt. "Hola Enzo, geht heute nicht, habe Marktwachdienst. Du weißt, keine Geschäfte am Markt, claro!" erwiderte Rick. Enzo entgegnete, jetzt viel leiser: "Claro!", und Rick setzte den Weg fort.
Mannomann, war heute früh schon viel los! Ein paar Minuten unterhielt er sich noch mit einem der Vorarbeiter nahe der Werft. Er hielt direkt auf die zwei hintersten Lagerhäuser zu. An dem Punkt, an dem sich die Außenmauern trafen, hing ein altes Wagenrad mit einer fehlenden Speiche. Dahinter befand sich eine Tür mit einem Brett zugenagelt, das täuschend simulierte, diese Tür sei nicht zu öffnen. Erst wenn man das Rad an seiner Kette zur Seite schwang und weniger als eine Armlänge von der Tür entfernt war, sah man die feinen Fugen, die das Brett in mehrere Stücke trennten. Brett, wie Tür und Rad, glitten an ihren Scharnieren wie geölt. Der Besitzer dieses gar nicht so geheimen Ganges hinter der Tür schien sich gut um die Pflege des Einganges zu kümmern. “Wird ja auch täglich benutzt”, dachte Rick. Bei der Legion war es üblich, dass die handverlesenen Wachhabenden des Marktplatzes sich in die Bibliothek oder auf den Balkon selbiger setzen konnten. Und nun war er auf dem Weg dorthin und nahm wie immer diesen Gang, vorbei an einer kleinen Höhle aus ferner Vergangenheit, einem kleinen Kerkerloch, das nicht mehr benutzt wurde und vorbei an dem größten Weinkeller, den der Corporal je gesehen hatte. Am Ende des langen Ganges duftete es nach Backwerk aus Mohn und Mehl, denn er stand nunmehr am Aufgang neben der Mohnbäckerei der Casa Pan. Auch hier war mächtiges Treiben zu beobachten, die Schlange vor der Bäckerei war wieder einmal ziemlich lang.
Rick stapfte in die Bibliothek und freute sich zu sehen, dass der Hausherr zwar nicht da war, sehr wohl aber an ihn gedacht hatte, und so eine Käseglocke mit einer Notiz "Buen provecho, Corporal" auf einer Resteplatte auf dem Tisch stand. “Dieser Wachdienst beginnt doch perfekt! Nur nicht absolut perfekt…”, dachte sich Rick. Der schwere rote Tropfen mit dem Schlangensymbol darauf würde diese Platte mit Käse absolut perfekt machen... Dem Gedanken folgend begab sich Corporal Rick wieder in den Kellergang und stand plötzlich und völlig unerwartet vor einer verschlossenen Tür, also einer abgeschlossenen... Seit wann schloss Capitano Rastrojo den Weinkeller zu? Corporal Rick griff kurzerhand in seine Gürteltasche und zog ein kleines Messer sowie einen gekrümmten Nagel hervor. Mit einem lauten Klick machte sich jahrelange Übung bezahlt, und das Schloss fiel auf den Boden des Kellers. Nicht lange Suchen, nur Zugreifen, da stand ja schon eine Kiste mit dem Sangre de la Sierpa: "Den Sangre de la Sierpa kannst du jedem anbieten, der schmeckt nicht nur zu Käse, auch nach Bier kannst du ihn trinken!", erinnerte sich der Corporal an den Verkäuferspruch. Das stimmte tatsächlich, die Käseplatte und der Wein ließen den herrlich sonnigen Morgen nur so dahinfliegen. Und vom Balkon aus konnte man ziemlich gut beobachten, ohne selbst in der schweren, rot-schwarzen Uniform der Legion Extranjera zu sehr aufzufallen. Morgens ging es wirklich geschäftig auf dem Markt hin und her, die vielen Bediensteten der Häuser rings um den Markt kauften fleißig Dinge von nah und fern.
Am Nachmittag änderte sich vermeintlich die Anzahl der Personen auf dem Markt nicht, sie erscheint aber viel bunter, je später es wurde. Der Corporal machte einen Einkaufsrundgang zum Weinhändler, eine Straße weiter, und zur Olivenfrau, die mit ihren Stand so nah an einem der herrschaftlichen Häuser aufgebaut hatte, dass man meinen konnte, sie wolle gar keine Kunden an ihrem Stand vorbeigehen haben. Von dort stapfte er wieder zurück über den Platz, grüßte Bekannte mit einem Nicken, einer Verbeugung, dem typischen Handschlag Jarlow-Ciudads oder einem angedeuteten Augenzwinkern.
Zum Ende der Wache hatte Rick den Capitano immer noch nicht gesehen und mit ihm sprechen können, also ging er zurück durch den Gang und ließ an der Weinkellertür die kleine Flasche mit dem hellen Portwein stehen, die er beim Weinhändler erstanden hatte, und drapierte auf ihr das geöffnete Schloss. So konnte er dem Capitano auch ohne eine Notiz zu verstehen geben, wer das Schloss geöffnet hatte, denn schließlich kaufte er immer diesen selben Portwein, wenn er die Möglichkeit hatte, mit Rastrojo anzustoßen. Und so brauchte er nicht schreiben. Schreiben, das war für die feine Gesellschaft oder die "Bügelbretter" der Legion Naval. Es dämmerte schon der nächste Morgen, als Corporal Rick das Wagenrad wieder in Position schob und sich aufmachte zum Bericht der Hafenwache. “Hoffentlich bekomme ich nächste Woche schon eine neue Einteilung für den Markt”, dachte Rick.


Revision [2769]

Edited on 2021-01-31 16:52:35 by MarcelloCastellani
Additions:
Er saß an einem kleinen Ofen mit einer Mahlzeit, bestehend aus grauem Mischbrot, zwei eingelegten gesalzenen Fischen und einem Becher Wein. Eigentlich hatte er sich angewöhnt, den Wein mit Wasser zu strecken, damit der Schlauch länger vorhielt, aber der Weinpreis in diesem Winter war so weit im Keller, dass er sich diesen Luxus gönnte.
Deletions:
Er saß an einem kleinen Ofen mit einer Mahlzeit, bestehend aus grauem Mischbrot, zwei eingelegten gesalzenen Fischen und einem Becher Wein. Eigentlich hatte er sich angewöhnt, den Wein mit Wasser zu strecken, damit der Schlauch länger vorhielt, aber der Weinpreis ist diesem Winter war so weit im Keller, dass er sich diesen Luxus gönnte.


Revision [2768]

Edited on 2021-01-31 16:44:33 by MarcelloCastellani
Additions:
{{anchor target="2" text="1. Aus dem Leben einer Haushälterin"}}
{{anchor target="3" text="2. Aus dem Leben einer Haushälterin II"}}
{{anchor target="4" text="3. Aus dem Leben eines Kindermädchens"}}
{{anchor target="5" text="4. Aus dem Leben eines Werftarbeiters"}}
{{anchor target="6" text="5. Aus dem Leben eines Straßenjungen"}}
{{anchor target="7" text="6. Ein Abend unter Waisen - Aus den Memoiren eines Monseñore"}}
{{anchor target="8" text="7. Von Kanonenkugeln und Cremetörtchen"}}
{{anchor target="9" text="8. El Flautista de Jarlow-Ciudad"}}
Deletions:
{{anchor target="2" text="Aus dem Leben einer Haushälterin"}}
{{anchor target="3" text="Aus dem Leben einer Haushälterin II"}}
{{anchor target="4" text=" Aus dem Leben eines Kindermädchens"}}
{{anchor target="5" text="Aus dem Leben eines Werftarbeiters"}}
{{anchor target="6" text="Aus dem Leben eines Straßenjungen"}}
{{anchor target="7" text="Ein Abend unter Waisen - Aus den Memoiren eines Monseñore"}}
{{anchor target="8" text="Von Kanonenkugeln und Cremetörtchen"}}
{{anchor target="9" text="El Flautista de Jarlow-Ciudad"}}


Revision [2767]

Edited on 2021-01-31 16:42:31 by MarcelloCastellani
Additions:
{{anchor target="9" text="El Flautista de Jarlow-Ciudad"}}
__Thiago Vincente__ - Bewohner des Armenviertels
====={{anchor name="9" h2=}}El Flautista de Jarlow-Ciudad=====
Zeit: Winter 221 ndGFdB
Wichtige Personen: **Thiago Vincente**
Wichtige Orte: Jarlow Ciudad, Casa Panificadora
In einem kleinen Holzschuppen, in den verwinkelten Gassen der Faso-Cuarto von Jarlow-Ciudad war eine ärmliche Öllaterne der einzige Zeuge einer Szenerie, vor welcher die Nachbarn schon lange die Augen und Ohren verschlossen hatten. Das Gejammer und Geheule verstummte irgendwann immer, irgendwann wurde es immer ruhig. Die Lampe spendete ihr flackerndes Licht für ein martialisches Handwerk, ausgeführt von einer leicht gebeugten Gestalt mit einer blitzenden Klinge in der Hand. Man konnte die alte, wettergegerbte Haut des Mannes erkennen, der geschickt und schnell arbeitete. Sein zauseliges graues Haar und der Bart verliehen ihm ein schmuddeliges, ja fast harmloses Aussehen. Er trug feste Arbeitskleidung, aus Leder, wasserabweisend und schnittfest.
Thiago Vincente wischte sich die Hände an einem alten Lumpen sauber und schmiss diesen dann auf seine Werkbank. Reste der roten Flüssigkeit sammelte sich in Pfützen auf den schweren Eichenbohlen der Werkbank und flossen in kleinen Rinnsalen zu einem Abfluss. Später würde Thiago noch mit einem Eimer Wasser die restlichen Spuren beseitigen, denn eins konnte er immer von sich behaupten: Er war sehr gründlich. Einmal in der Woche schrubbte er mit Seifenlauge, Sand und Bimsstein das verkrustete Blut von den Eichenbrettern und dem Boden, sodass er wieder neu zur Tat schreiten konnte.
Sein Tagesablauf hatte sich in den letzten Jahrzehnten nicht geändert und er hatte auch nicht vor, daran zu rütteln. Nach getaner Arbeit machte sich Thiago auf in sein kleines bescheidenes Haus, welches an den Holzschuppen grenzte. Ein einfaches Schloss verwehrte Fremden den Zutritt und er war sich sicher, dass dies reichte, denn es hatte bisher noch keiner gewagt näher als zehn Schritt an sein Haus zu kommen. Ein gewisser Ruf brachte eben seine Vorteile mit sich.
Er saß an einem kleinen Ofen mit einer Mahlzeit, bestehend aus grauem Mischbrot, zwei eingelegten gesalzenen Fischen und einem Becher Wein. Eigentlich hatte er sich angewöhnt, den Wein mit Wasser zu strecken, damit der Schlauch länger vorhielt, aber der Weinpreis ist diesem Winter war so weit im Keller, dass er sich diesen Luxus gönnte.
Die Wintermonate waren für ihn immer die arbeitsreichsten Monate; im Gegensatz zum Sommer, in welchem die Nächte sehr kurz und viele Leute auf den Straßen tagein, tagaus unterwegs waren und die Geschäfte sich eher ins Ausland verlagerten. Nun aber wurde es wieder früher dunkel, die Vorratskeller waren prall gefüllt und die geschäftigen Jarlower hatten - zumindest in den normalen Jahren - viel Geld verdient. Dann hatte seine Stunde geschlagen und er schritt zur Tat. Ganz am Anfang seiner Karriere hatte er noch alleine gearbeitet, aber mittlerweile ließ er für sich agieren und erntete nur noch die Früchte der Arbeit. Seinen Jungs und Mädchen, in deren gute Grundausbildung er viel Zeit und Mühe gesteckt hatte, gab er eingängige Spitznamen. Mit einem leichten Grinsen, das seine fauligen Zähne zeigte, dachte er an den Umstand, dass seine blutrünstigsten Mitarbeiter die Namen der Ahnen der Castellanis trugen.
Es grenzte schon fast ein bisschen an Ironie, dass sein Auftraggeber ihn morgen in Richtung des Marktplatzes beordert hatte, um dort zur Tat zu schreiten. Gerüchteweise hielt sich in dem großen Haus zurzeit nur eine Mutter mit ihrem kleinen Sohn auf. Mit einem schief gepfiffenen Lied auf den Lippen überlegte sich Thiago nur noch, wen aus seiner Meute er morgen mitnehmen würde, um dieser besonderen Aufgabe gerecht zu werden.
Am nächsten Morgen wälzte sich Thiago aus dem Bett. Es war noch stockdunkel in Jarlow-Ciudad, aber wenn man zu dieser Uhrzeit aufstand, konnte man trotzdem genug erkennen, denn Faso-Cuarto war durch ein nie enden wollendes Zwielicht erleuchtet. Der Leuchtturm spendete ein flackerndes Licht, welches sich schummrig in den Morgenstunden zeigte. So verließ er seine Hütte und wurde auch schon von Tyro und Carmelita erwartet. Zu dritt machten sie sich auf den Weg durch das Armenviertel Richtung Westen auf der Via del Faro Richtung Schuran und Gefängnisinsel. Das ungleiche Trio war so früh schon auf den Beinen, damit sie die geschlossene Zugbrücke benutzen konnten. Sobald das Tageslicht anbrach, war für eine Stunde die Brücke geöffnet, um den ersten Handelsschiffen die Passage zu ermöglichen.
Thiago wusste, dass er Richtung Marktplatz musste, aber er sich bis zum verabredeten Zeitpunkt noch die Beine in den Bauch stehen würde. Er wollte nicht unnötig auffallen, was bei seinen Begleitern etwas schwerfiel. Vielleicht holte er sich im Hafenviertel einen Caffa und ein Stück vom Fang des Tages. Seine beiden Begleiter hatten sicher auch Hunger, aber er wusste, mit leerem Magen waren sie besser.
Nachdem er die Häuserzeile und speziell sein Ziel am Herzogin Odalgar Marktplatz genauer begutachtet hatte, war er sich sicher, wie er vorgehen wollte. Er betrat die Casa durch den privaten Hauseingang, der neben einer Mohnbäckerei lag und bedeutete seinen beiden Begleitern unten im Hausflur zu warten. Die beiden ahnten, welch blutiges Geschäft gleich auf sie zukommen würde und hatten entsprechend Schwierigkeiten, ihre freudige Aufregung zu verbergen. Thiago nahm die letzten Stufen und klopfte an die Wohnung, von der er wusste, dass sie bewohnt war. Es öffnete eine ältere Señora die Tür. Hinter ihr in der Wohnung stand eine junge Dame mit schwarzem Kopftuch und einem Kleinkind auf dem Arm, welches den fremden Mann unverhohlen anstarrte. Mit einem kleinen Knicks, welchen er sich angewöhnt hatte, um den Leuten die erste Angst vor seiner Erscheinung zu nehmen, stellte er sich vor: “Señora, mein Name ist Thiago Vincente. Sie haben sicher nicht mit mir gerechnet, aber ich bin heute hier um tätig zu werden …”
……
Das Gekreische, das vom Keller hoch drang, ebbte nicht ab. Die Señora Castellani fasste sich doch ein Herz und wollte nachgucken. Sie ging das Treppenhaus herunter und entdeckte das Kindermädchen am Treppenabsatz, der zum Keller führte.
Señora Diamanta starrte mit eiserner Miene ins Dunkle hinab, alle Kraft aufwendend, ihre Angst und Abscheu zu vergeben. “Ich gehe dort nicht runter, keine zehn Pferde bringen mich dort runter, aber ich habe den kleinen Señor fest im Blick. Er hat seinen Spaß.”
Auf dem Absatz, an welchem die Kellertreppe in den Weinkeller der Casa Pan führte, saß der kleine Señor Castellani und hatte einen Hund auf dem Schoß, und lachte und quietsche vor Vergnügen. Genauer gesagt war es die Hündin Carmelita, welche sich im Schoß des Jungen wälzte und sich ausgiebig streicheln ließ.
Der kleine Terrier-ähnliche Hund hatte am ganzen Körper kurzes weißes Fell, aber schwarze und braune Markierungen am Kopf. Der muskulöse Hund zuckte und jauchzte vor Vergnügen und sabberte ausgiebig auf die Hose des kleinen Señors.
In dem Moment erschien auch der Rattenjäger Vincente in dem Blickfeld der Frau Castellani, in einer Hand einen tropfenden Leinensack haltend, verfolgt von einem etwas größeren Hund mit hochgezogenen Lefzen und blutverschmierter Schnauze. “Ahhh Señora Castellani, schön, dass ich Euch noch erwische. Tyro hat ganze Arbeit geleistet, bestimmt ein Dutzend fette Ratten hat er erlegt. Eigentlich entwischt ihm keine einzige, aber falls doch eines der Biester gerade nicht hier war, vertreibt sein Geruch die restlichen, das ist eine Besonderheit dieser Rasse, der Ratonero Bodeguero. Sie lieben es einfach Ratten aufzuscheuchen und kommen auch hinter die Weinregale und Fässer. Es ist eine Freude ihnen zuzugucken, wie sie mit einem schnellen Biss ins Genick, die in die Enge getriebenen Ratten töten und mir dann vor die Füße legen.” Man sah Thiago an, dass er noch stundenlang von seinen geliebten Hunden reden konnte, aber ihm fiel auf, dass dies hier nicht das richtige Publikum war.
“Ich wäre dann hier fertig, den Betrag werde ich dann Señor Capitan Rastrojo in Rechnung stellen, der mich beauftragt hat, den Weinkeller von Ratten zu befreien. Macht Euch keine Sorge, dass ich Carmelita mitgenommen habe, das stelle ich natürlich nicht in Rechnung. Ich habe nur gehört, dass hier ein kleines Kind ist und sie liebt kleine Kinder.” Mit einem fast zahnlosen Grinsen schielte er zu dem scheinbar untrennbaren Hunde-Kind-Knäuel auf dem Boden. „Ihr müsstet aber aufpassen, die Hintertür zum Weinkeller war nicht richtig verschlossen, das Vorhängeschloss hing zwar an der richtigen Stelle, aber war nicht zu. Und daneben lagen Glasscherben einer Flasche. Das sollte sich mal wer angucken, vielleicht wenn die Herren des Hauses wieder da sind. Ach und eine Sache noch, wollen sie die Ratten behalten oder soll ich...?” fragte er und schüttelte dabei den Leinensack, aus dem ein dumpfes, ekelerregendes Geräusch erklang. Mit einem leichtem, erschauerten Kopfschütteln entließen die Damen den Rattenfänger. Mit einem Pfiff rief er seine beiden Hunde neben sich, welche mit der Rute wedelnd angestobt kamen. Thiago empfahl sich, schritt die Kellertreppen hinaus ins Freie und schlängelte sich zwischen den Fußgängern in Richtung Fluss. Immer wieder wurden seine Hunde erkannt und gestreichelt von den Straßenkindern. Deswegen liebte er es eigentlich in aller Früh zu arbeiten, damit er schneller durch die Straßen voran kam. Aber jetzt war es ihm egal, er hatte sein Tagewerk vollendet, ein saftiges Trinkgeld kassiert und durfte sogar die Ratten behalten; das war keine Selbstverständlichkeit.
Als er sich durch die Gassen der Favelas zwängte, konnte er schon seine Hütte erblicken. Am Zaun, der sein kleines Grundstück umfasste, sah er bereits seine Meute stehen. Acht weitere Hunde erwarteten ihn voller Freude, sie bellten und jauchzten. Er kniete sich zu ihnen herab und ließ sich von seinen Hunden ablecken und überfallen. Hier in diesem Moment war er der glücklichste Mann der Welt. Seine Nachbarn hatten sich schon lange an sein kleines Rudel gewöhnt. Die Hunde waren sehr glücklich über gelegentliche Streicheleinheiten und hielten durch ihr Gebell Fremde fern. Auch war die Umgebung frei von Ratten, denn was wäre Thiago für Rattenfänger, wenn vor seiner Haustüre die Nager ein Tänzchen wagen würden?
Jetzt in den Abendstunden ging er noch in seinen Schuppen und würde die restlichen Ratten zerkleinern und verfüttern. Das Gejammer und Gebettel seiner Hunde, während er die Fleischstücken portionierte, brachte Thiago zum Strahlen. Er zog sich seine Schürze an und begann die Beute unter allen seinen Tieren gerecht zu verteilen, nur für Tyro und Carmelita gab es ein extra Stück, da sie heute gearbeitet hatten. Nachdem er die Werkbank wieder aufgeräumt und abgespült hatte, schloss er den Schuppen und machte sich auf zu seiner Hütte. Mit einer Verabschiedung auf den Lippen, ließ er sein Rudel nun draußen alleine. Mit dem Abendmahl am Ofen sitzend, dachte er darüber nach, wo es morgen wohl hingehen würde. Vielleicht ein Handelsschiff, welches gesäubert werden musste oder ein Kornspeicher, der befallen war. Es war ihm einerlei; gerade im Winter, wenn die Ratten sich vor der Kälte in die prall gefüllten Vorratsspeicher flüchteten, konnte er sich die lukrativsten Aufträge aussuchen. Denn mit seinen Hunden war er der beste Rattenfänger von Jarlow-Ciudad.


Revision [2749]

Edited on 2020-04-05 15:05:57 by MarcelloCastellani
Additions:
Wichtige Personen: Mariella Dimanta; [[MarxCastellani Castellani]]; Lucia, die Bäckersfrau
Sie wusste von der Amme, dass der große Kerl in den ersten Tagen nach der Geburt seines Sohnes kaum von der Seite seiner Frau gewichen war. Sie selbst hätte derartiges Verhalten bei ihrem Mann niemals gebilligt, denn schließlich gab es Angelegenheiten, die strikt Frauensache waren. Aber Marcelo Castellani, wie er häufig in dem Wohnhaus über der Mohnbäckerei genannt wurde, schien sich mit einer Aufrichtigkeit um seine Frau und das Kind zu bemühen, die erahnen ließ, dass er sie wirklich aus Liebe geheiratet hatte, und nicht nur, wie man sich unter der Hand zuraunte, um den Rängen der Heereswacht zu entkommen. Trotzdem, so wusste die Amme ihr bei einem Plausch zu berichten, als sie mit den Kindern einen Spaziergang machten, war es gut, dass die junge Dame Castellani so schnell zu Kräften gekommen war. Denn sie selbst war deutlich resoluter und kompromissloser, wenn es darum ging, unliebsamen Anstandsbesuch aus der frisch eingerichteten Wohnung hinaus zu komplementierten. Nur ihr sei es zu verdanken gewesen, dass die junge Familie endlich eine Routine fernab der Besucherströme der Großfamilie beginnen konnte. Und so nahm Señora Dimanta es mit noch mehr Wohlwollen wahr, dass der ehemalige Wächter sich endlich einmal von seiner Familie verabschiedet hatte und scheinbar anderen Dingen nachging. Schließlich billigte sie Müßiggang ohnehin nicht, und es war nur gut, wenn der junge Mann endlich mehr über Geschäfte im Allgemeinen und die Geschäfte der Familie im Besonderen, lernte. Ihrer Meinung nach war diese Art der Fürsorge für eine Familie für einen Mann deutlich angebrachter, als unbeholfen im Weg rumzustehen, wenn das Kind vor Hunger schrie oder der frischgebackenen Mutter ein Glas Wasser zu reichen.
Deletions:
Wichtige Personen: Mariella Dimanta; [[MarxCastellani Marcello Castellani]]; Lucia, die Bäckersfrau
Sie wusste von der Amme, dass der große Kerl in den ersten Tagen nach der Geburt seines Sohnes kaum von der Seite seiner Frau gewichen war. Sie selbst hätte derartiges Verhalten bei ihrem Mann niemals gebilligt, denn schließlich gab es Angelegenheiten, die strikt Frauensache waren. Aber Marcello Castellani, wie er häufig in dem Wohnhaus über der Mohnbäckerei genannt wurde, schien sich mit einer Aufrichtigkeit um seine Frau und das Kind zu bemühen, die erahnen ließ, dass er sie wirklich aus Liebe geheiratet hatte, und nicht nur, wie man sich unter der Hand zuraunte, um den Rängen der Heereswacht zu entkommen. Trotzdem, so wusste die Amme ihr bei einem Plausch zu berichten, als sie mit den Kindern einen Spaziergang machten, war es gut, dass die junge Dame Castellani so schnell zu Kräften gekommen war. Denn sie selbst war deutlich resoluter und kompromissloser, wenn es darum ging, unliebsamen Anstandsbesuch aus der frisch eingerichteten Wohnung hinaus zu komplementierten. Nur ihr sei es zu verdanken gewesen, dass die junge Familie endlich eine Routine fernab der Besucherströme der Großfamilie beginnen konnte. Und so nahm Señora Dimanta es mit noch mehr Wohlwollen wahr, dass der ehemalige Wächter sich endlich einmal von seiner Familie verabschiedet hatte und scheinbar anderen Dingen nachging. Schließlich billigte sie Müßiggang ohnehin nicht, und es war nur gut, wenn der junge Mann endlich mehr über Geschäfte im Allgemeinen und die Geschäfte der Familie im Besonderen, lernte. Ihrer Meinung nach war diese Art der Fürsorge für eine Familie für einen Mann deutlich angebrachter, als unbeholfen im Weg rumzustehen, wenn das Kind vor Hunger schrie oder der frischgebackenen Mutter ein Glas Wasser zu reichen.


Revision [2748]

Edited on 2020-04-05 13:47:00 by MarcelloCastellani
Additions:
Auch an diesem Freitagmorgen, noch kurz vor den ersten Sonnenstrahlen, ist Silvio schon wieder dabei, Balas de Cañón zu rollen. In den sehr frühen Morgenstunden, zu der Zeit, wo sich selbst die Ratten und die streunenden Katzen in Jarlow Stadt mal für einen Moment eine Verschnaufpause zu gönnen scheinen, sieht Silvio häufig den Señor Castellani heimkehren, der mit seiner kleinen Familie in einer der Wohnungen über seiner Backstube wohnt. Dieser versäumt dann nie, noch eine Tüte Balas de Cañón für seine Frau mitzubringen, und wenn sie noch nicht fertig sind, dann wartet er eben solange. Dass das Geschäft dann eigentlich noch nicht geöffnet ist, tut in diesem Fall natürlich nichts zur Sache. Er ist nicht sehr gesprächig, der Señor Castellani, aber äußerst höflich. Und Silvio ist es gewohnt, keine Fragen zu stellen. Er weiß, dass dieser Kunde eher nicht zu der Sorte gehört, mit dem man belanglose Informationen über die Nachbarn austauscht, so wie das seine liebe Gattin Lucía so gerne tut, wenn sie die Kundschaft bedient. Aber das ist Silvio auch eigentlich ganz recht so.
Deletions:
Auch an diesem Freitagmorgen, noch kurz vor den ersten Sonnenstrahlen, war Silvio schon wieder dabei, Balas de Cañón zu rollen. In den sehr frühen Morgenstunden, zu der Zeit, wo sich selbst die Ratten und die streunenden Katzen in Jarlow Stadt mal für einen Moment eine Verschnaufpause zu gönnen scheinen, sieht Silvio häufig den Señor Castellani heimkehren, der mit seiner kleinen Familie in einer der Wohnungen über seiner Backstube wohnt. Dieser versäumt dann nie, noch eine Tüte Balas de Cañón für seine Frau mitzubringen, und wenn sie noch nicht fertig sind, dann wartet er eben solange. Dass das Geschäft dann eigentlich noch nicht geöffnet ist, tut in diesem Fall natürlich nichts zur Sache. Er ist nicht sehr gesprächig, der Señor Castellani, aber äußerst höflich. Und Silvio ist es gewohnt, keine Fragen zu stellen. Er weiß, dass dieser Kunde eher nicht zu der Sorte gehört, mit dem man belanglose Informationen über die Nachbarn austauscht, so wie das seine liebe Gattin Lucía so gerne tut, wenn sie die Kundschaft bedient. Aber das ist Silvio auch eigentlich ganz recht so.


Revision [2747]

Edited on 2020-04-05 13:18:23 by MarcelloCastellani
Additions:
Wichtige Personen: **Abril**
Wichtige Personen: **Silvio Harinero** - Bäckermeister der Mohnbäckerei, Mann von Lucía, **Sofía** - ehemalige Orphanita der Leonora Castellani, nun Hausmädchen in der Casa Panificadora
Deletions:
Wichtige Personen: Abril
Wichtige Personen: Silvio Harinero - Bäckermeister der Mohnbäckerei, Mann von Lucía
Sofía - ehemalige Orphanita der Leonora Castellani, nun Hausmädchen in der Casa Panificadora


Revision [2746]

Edited on 2020-04-05 13:17:05 by MarcelloCastellani
Additions:
{{anchor target="8" text="Von Kanonenkugeln und Cremetörtchen"}}
Deletions:
{{anchor target="8" text=Von Kanonenkugeln und Cremetörtchen"}}


Revision [2745]

Edited on 2020-04-05 13:16:42 by MarcelloCastellani
Additions:
{{anchor target="8" text=Von Kanonenkugeln und Cremetörtchen"}}
Deletions:
{{anchor target="8" text="Ein Abend unter Waisen - Aus den Memoiren eines Monseñore"}}


Revision [2744]

Edited on 2020-04-05 13:15:38 by MarcelloCastellani
Additions:
{{anchor target="2" text="Aus dem Leben einer Haushälterin"}}
{{anchor target="3" text="Aus dem Leben einer Haushälterin II"}}
{{anchor target="6" text="Aus dem Leben eines Straßenjungen"}}
{{anchor target="8" text="Ein Abend unter Waisen - Aus den Memoiren eines Monseñore"}}
__Silvio Harinero__ - Bäckermeister der Mohnbäckerei, Mann von Lucía
__Sofía__ - ehemalige Orphanita der Leonora Castellani, nun Hausmädchen in der Casa Panificadora
====={{anchor name="8" h2=}}Von Kanonenkugeln und Cremetörtchen=====
Zeit: Frühjahr 220 ndGFdB
Wichtige Personen: Silvio Harinero - Bäckermeister der Mohnbäckerei, Mann von Lucía
Sofía - ehemalige Orphanita der Leonora Castellani, nun Hausmädchen in der Casa Panificadora
Wichtige Orte: Casa Panificadora
Es ist ein noch trüber, grauer Freitagmorgen, einer jener Tage im Frühjahr, da der Winter in den Nächten noch mit letzter Kraft die eisigen Klauen ausfährt, und man selbst in Jarlow beinahe in Richtung der Null-Grad-Marke rutscht, man aber mit den ersten Strahlen der morgendlichen Sonne erahnen kann, dass der Frühling Einzug erhält. Die ersten Frühblüher recken schon die frischen grünen Köpfchen durch das alte Laubwerk des vergangenen Jahres, welches noch zuhauf an den Rändern der Straßen liegt, die Vögel zwitschern deutlich vernehmbarer als noch die vergangenen Wochen und es riecht nach Gras und frischen Kräutern. Jedenfalls wenn man sich außerhalb von Jarlow-Ciudad aufhält. Innerhalb der Stadtmauern wechseln die Gerüche fast vollkommen jahreszeitenunabhängig mit der Tageszeit und dem Ortsteil, in dem man sich gerade aufhält.
Einen besonders betörenden Geruch verbreitet schon des Morgens die kleine Mohnbäckerei in der Casa Panificadora am Marktplatz. Silvio Harinero ist Bäcker aus Leidenschaft. Er lernte das Handwerk schon von seinem Vater und dieser von dem seinem. Soweit er weiß, hat seine Familie schon Brot gebacken, als Jarlow-Ciudad noch nicht mal ein kleiner Möwenschiss auf der Landkarte war. Jedenfalls behauptet er das gerne. Aber eigentlich ist das auch unerheblich - denn der Erfolg scheint ihm Recht zu geben. Seine Mohnbäckerei läuft ausgesprochen gut. Die Menschen nehmen morgens lange Schlangen in Kauf, um Silvios frisches Mohnbrot oder einen süßen Mohnzopf zu ergattern. Auch die Kuchen und vor allem die kleinen Gebäckteilchen seiner Gattin Lucía, die des Nachmittags frisch und duftend in der Auslage landen, erfreuen sich großer Beliebtheit.
Eins der beliebtesten Produkte in der Mohnbäckerei sind aber die „Balas de Cañón“, kleine Runde, leicht süßliche Mohnbrötchen zu zehn Stück in einer Tüte, die einzeln genau in den Mund passen und wunderbar fluffig weich auf der Zunge zergehen. (Als Dame von Welt sollte man allerdings vielleicht doch einmal abbeißen, um nicht mit unschicklich dicken Backen kauend erwischt zu werden.) Man dippt die „Kanonenkugeln“ gern in herzhafte Cremes und Weichkäse oder auch inKonfitüre, wenn man es lieber süß mag. Angehörige der Legión Naval erhalten übrigens 20% Rabatt auf die Balas de Cañón.
Auch an diesem Freitagmorgen, noch kurz vor den ersten Sonnenstrahlen, war Silvio schon wieder dabei, Balas de Cañón zu rollen. In den sehr frühen Morgenstunden, zu der Zeit, wo sich selbst die Ratten und die streunenden Katzen in Jarlow Stadt mal für einen Moment eine Verschnaufpause zu gönnen scheinen, sieht Silvio häufig den Señor Castellani heimkehren, der mit seiner kleinen Familie in einer der Wohnungen über seiner Backstube wohnt. Dieser versäumt dann nie, noch eine Tüte Balas de Cañón für seine Frau mitzubringen, und wenn sie noch nicht fertig sind, dann wartet er eben solange. Dass das Geschäft dann eigentlich noch nicht geöffnet ist, tut in diesem Fall natürlich nichts zur Sache. Er ist nicht sehr gesprächig, der Señor Castellani, aber äußerst höflich. Und Silvio ist es gewohnt, keine Fragen zu stellen. Er weiß, dass dieser Kunde eher nicht zu der Sorte gehört, mit dem man belanglose Informationen über die Nachbarn austauscht, so wie das seine liebe Gattin Lucía so gerne tut, wenn sie die Kundschaft bedient. Aber das ist Silvio auch eigentlich ganz recht so.
Auch an diesem Morgen wartet Marx „Marcelo“ Castellani schweigsam, bis Silvio die erste Fuhre Kanonenkugeln dampfend aus dem Ofen holt. Silvio fallen die schmutzigen Hände auf, die der Señor Castellani sich mit einem Stofftaschentuch zu säubern versucht, bevor er nach der Tüte greift. Auch das eine Auge wirkt ein wenig geschwollen, so als ob da am nächsten Tag ein ordentliches Veilchen prangen würde. Aber Silvio sagt nichts und wünscht dem Señor einen guten Tag. Silvio kann wegsehen.
Kurz darauf macht sich Sofía, das Hausmädchen in der Casa Panificadora, auf den Weg zum Markt. Die Sonne schickt gerade ihre ersten vorsichtigen Strahlen zur Erkundung über den Horizont. Marcelo und sie verpassen sich nur um wenige Augenblicke. Silvio sieht sie zügigen Schrittes und mit einem großen Korb am Arm an seinem Auslagenfenster vorbeieilen, nicht, ohne ihrem Nachbarn noch kurz zuzunicken.
Am Markt angekommen, schickt sie sich zu einer kleinen Einkaufsrunde an, denn es haben sich spontan Gäste für den Nachmittag bei Leanna Castellani angekündigt. Sie handelt hier den Käsehändler ein wenig runter, ersteht dort eine große Korbladung an Obst und wirft dem nächsten Händler unverhältnismäßige Preiserhöhungen vor.
„Señorita, was soll ich machen?“ Er breitet in einer typischen Geste jarlower Hilflosigkeit die Arme aus. „Die Olivenernte war dieses Jahr ausgesprochen knapp!“
Zähneknirschend zahlt Sofía den verlangten Betrag - aber wählt nur die kleinsten und schartigsten Kupfermünzen aus - denn was wäre ein anständiger jarlower Haushalt ohne Oliven?
Auf dem Rückweg stellt sie sich ans Ende der Schlange vor der Mohnbäckerei, die inzwischen geöffnet hat, um einen Mohnzopf für die Herrschaften zum Frühstück zu erstehen. Während sie wartet, hört sie die anderen Kunden in der Schlange tuscheln.
„… ich habe mich wirklich darauf gefreut. Wann hat es das letzte Mal eine solch große Hochzeit gegeben? Das hätte meine Umsätze mit Sicherheit in die Höhe getrieben, bei den vielen Gästen, die erwartet wurden ...“
„Claro que sí, aber überleg doch mal … es waren 13 schwarze Raben, die auf die Statue der Herzogin Odalgar geschissen haben! Der Nachbar von Eugenias Cousin zweiten Grades hat sie gezählt! Und die Rathausuhr, die vor zwei Wochen plötzlich von alleine wieder angefangen hat zu schlagen … nachdem sie bald ein halbes Jahr stillstand, weil Javier beim Putzen sein Lappen ins Uhrwerk gefallen war und er ihn nicht mehr rausbekommen hat? Und sie sich nicht einigen konnten, wer die Reparatur bezahlen muss?“
„Vergiss nicht die Krabbenplage bei Mala Suerte. Antonias Mann hat sich den Oberschenkelhals gebrochen, als er auf einem dieser Mistviecher ausgerutscht ist …“
„Stimmt. Señor Castellani hat richtig entschieden, die Hochzeit zu verschieben. Unter solchen Vorzeichen sollte lieber kein Jawort gegeben werden!“
„Darf es außerdem noch etwas sein?“ unterbricht Silvio das belauschte Gespräch und reicht Sofía den eingepackten Mohnzopf. Sie fängt sich schnell.
„Sí. Für heute Nachmittag möchte ich gerne eine Platte von Lucias Gebäckvariation. Wir erwarten Gäste. Ich komme die Platte zur dritten Stunde abholen. Oh, und leg noch eine Tüte Balas de Cañon dazu, por favor.“
Eifrig notiert Silvio die Bestellung. „Sehr wohl, Señorita. Hasta luego!“
Als es nachmittags an der Tür läutet, eilt Sofía hin um sie zu öffnen. Schon bevor sie die Tür aufzieht, hört sie durch das dicke Holz ein ihr gut bekanntes Lachen; ihr Rücken richtet sich auf und die Schultern gehen unwillkürlich ein Stück zurück. Josephina Castellani steht vor ihr, und sie scheint Eva gerade im Hausflur getroffen zu haben.
„Buenas Días,“ begrüßt Sofía die beiden schüchtern.
„Holá, Sofía. Wie geht es dir?“
Sofías Augen weiten sich. Dass sich Josephina Castellani an ihren Namen erinnert, bedeutet ihr viel, ist sie ihr doch in gewisser Weise eine Art Vorbild. Oder zumindest bewundert sie sie zutiefst. Josephina war es, die sie aus dem Orphinario bei Señora Leonora Castellani auslöste, um ihr diese Anstellung als Hausmädchen zu besorgen.
„Sehr gut, gracias.“
Sie führt die beiden in das geschmackvoll eingerichtete Esszimmer. Freundliche, helle Pastellfarben finden sich in den Wänden, den Möbeln und vielen kleinen Details wieder. Die bodenlangen Fenster zum Balkon sind nur angelehnt, sodass sich die bunt gemusterten Vorhänge in der Frühlingsbrise aufblähen. Vogelgezwitscher klingt von den Efeuranken, die das gesamte Haus und die Balkone umwachsen, hinein - die Casa Panificadora ist ein beliebter Unterschlupf und Nistplatz für allerlei Vögel. Frische Schnittblumen stehen auf dem Esstisch, auf dem sich außerdem noch eine ganze Reihe an kleinen Köstlichkeiten auf bunten Tellerchen und einer kleinen silbernen Etagere stapeln: kleine Gebäckstücke, Pralinen, Cremetörtchen, Windbeutel - die schönste Auswahl, die Lucía zu bieten hat -, Käse, Oliven und allerhand Obst, und natürlich dürfen die Balas de Cañón nicht fehlen. Eine Schale mit Sahne und verschiedene Konfitüren runden das Bild ab.
Die drei setzen sich und das Geschnatter beginnt. Sofía beobachtet die Señorita Castellani aus den Augenwinkeln, während sie in der Küche eine weitere Kanne Tee aufbrüht. Josephina gibt einen guten Schuss aus einer kleinen, fein verzierten silbernen Flasche in ihren Tee und rührt um. Dann nimmt sie sich eine Kanonenkugel, dippt sie in eine kleine Schale mit Himbeerkonfitüre und führt sie zum Mund. Sie öffnet ihn, und gerade, als Sofía schon denkt, sie würde sich das Mohnbällchen ganz undamenhaft in einem Stück in den Mund schieben, dreht sie den Kopf und sieht sie mit strengem Blick an.
„Willst du den ganzen Tag nur starren oder gießt du bald das Teewasser auf?“ fragt sie Sofía, die hastig den Blick senkt und sich vor Hektik fast die Finger verbrüht hätte.
„Sí, Señorita.“
Doch in Josephinas Augen glitzert es spöttisch. „Mach danach mal eine kleine Pause und geh ein bisschen spazieren, das Wetter ist ganz wundervoll heute.“
„Sí, Señorita.“
Und so stellt sie die Teekanne auf den Tisch, verabschiedet sich mit einem höflichen kleinen Knicks von der Damenrunde und verlässt die Wohnung. Noch als sie die Tür hinter sich zuzieht, brandet das Gespräch im Wohnzimmer erneut auf.
„Nun erzähl schon, Leanna! Was ist der wahre Grund für die Verschiebung der Hochzeit?“ lässt sich Josephinas Stimme noch vernehmen, bevor die Tür ins Schloss fällt.
Deletions:
{{anchor target="2" text=" Aus dem Leben einer Haushälterin"}}
{{anchor target="3" text=" Aus dem Leben einer Haushälterin II"}}
{{anchor target="6" text=" Aus dem Leben eines Straßenjungen"}}


Revision [2743]

Edited on 2020-03-19 18:32:11 by JoaquimValdez
Additions:
Als Manuel mit seiner Geschichte fortfahren wollte, trat ein kleiner Mann mit großem Hut an den Tisch heran und flüsterte ihm undeutlich etwas ins Ohr. Manuel nickte entschlossen und überreichte ihm eine Handvoll Münzen.
Deletions:
Als Manuel mit seiner Geschichte fortfahren wollte, trat ein kleiner Mann mit großem Hut an den Tisch heran und flüsterte ihm undeutlich etwas ins Ohr. Manuel nickte entschlossen und überreichte
ihm eine Handvoll Münzen.


Revision [2742]

Edited on 2020-03-19 18:28:48 by JoaquimValdez
Additions:
Offenbar konnte ich meine Padrina immer wieder durch meine Taten und meine Entwicklung beeindrucken und so lud mich Leonora Castellani am Fiesta de los Muertos auf ihren Landsitz ein. Ich musste allerdings feststellen, dass neben mir noch einige weitere Jungen und Mädchen in meinem Alter geladen waren und jeder von ihnen um Leonoras Gunst buhlte. Die Schleimerei war noch niemals meine Kunst und deswegen hielt ich mich im Verlauf des Tages etwas im Hintergrund, bis Frau Castellani auf mich zuging und mir einen kleinen Samtbeutel überreichte. Ich nahm diesen etwas zögerlich an und entfernte das Lederband, welches den Inhalt vor mir verbarg. Ich schob meine Hand hinein und meine Finger ertasteten eine rasiermessersscharfe Klinge, an der ich mich sogleich heftig schnitt. Erschrocken riss ich die Hand zurück aus dem Beutel und Blut tropfte mir von meinen Fingern auf den wertvollen Eichenholzboden. Señora Castellani streichelte mir etwas grob über meinen Kopf und sagte „Söhnchen, sorg mir dafür, dass dies das einzige Mal sein wird, an dem dein Blut an dieser Klinge klebt“. Sie sollte recht behalten.“
Deletions:
Offenbar konnte ich meine Padrina immer wieder durch meine Taten und meine Entwicklung beeindrucken und so lud mich Leonora Castellani am Fiesta de los Muertos auf ihren Landsitz ein. Ich musste allerdings feststellen, dass neben mir noch einige weitere Jungen und Mädchen in meinem Alter geladen waren und jeder von ihnen um Leonoras Gunst buhlte. Die Schleimerei war noch niemals meine Kunst und deswegen hielt ich mich im Verlauf des Tages etwas im Hintergrund, bis Frau Castellani auf mich zuging und mir einen kleinen Samtbeutel überreichte. Ich nahm diesen etwas zögerlich an und entfernte das Lederband, welches den Inhalt vor mir verbarg. Ich schob meine Hand hinein und meine Finger ertasteten eine rasiermessersscharfe Klinge, an der ich mich sogleich heftig schnitt. Erschrocken riss ich die Hand zurück aus dem Beutel und Blut tropfte mir von meinen Fingern auf den wertvollen Eichenholzboden. Señora Castellani streichelte mir etwas grob über meinen Kopf und sagte „Söhnchen, sorg mir dafür, dass dies das einzige Mal sein wird, an dem dein Blut an dieser Klinge klebt“. Er sollte recht behalten.“


Revision [2741]

Edited on 2020-03-19 18:27:47 by JoaquimValdez
Additions:
Offenbar konnte ich meine Padrina immer wieder durch meine Taten und meine Entwicklung beeindrucken und so lud mich Leonora Castellani am Fiesta de los Muertos auf ihren Landsitz ein. Ich musste allerdings feststellen, dass neben mir noch einige weitere Jungen und Mädchen in meinem Alter geladen waren und jeder von ihnen um Leonoras Gunst buhlte. Die Schleimerei war noch niemals meine Kunst und deswegen hielt ich mich im Verlauf des Tages etwas im Hintergrund, bis Frau Castellani auf mich zuging und mir einen kleinen Samtbeutel überreichte. Ich nahm diesen etwas zögerlich an und entfernte das Lederband, welches den Inhalt vor mir verbarg. Ich schob meine Hand hinein und meine Finger ertasteten eine rasiermessersscharfe Klinge, an der ich mich sogleich heftig schnitt. Erschrocken riss ich die Hand zurück aus dem Beutel und Blut tropfte mir von meinen Fingern auf den wertvollen Eichenholzboden. Señora Castellani streichelte mir etwas grob über meinen Kopf und sagte „Söhnchen, sorg mir dafür, dass dies das einzige Mal sein wird, an dem dein Blut an dieser Klinge klebt“. Er sollte recht behalten.“
Deletions:
Offenbar konnte ich meine Padrina immer wieder durch meine Taten und meine Entwicklung beeindrucken und so lud mich Leonora Castellani am Fiesta de los Muertos auf ihren Landsitz ein. Ich musste allerdings feststellen, dass neben mir noch einige weitere Jungen und Mädchen in meinem Alter geladen waren und jeder von ihnen um Leonoras Gunst buhlte. Die Schleimerei war noch niemals meine Kunst und deswegen hielt ich mich im Verlauf des Tages etwas im Hintergrund, bis Frau Castellani auf mich zuging und mir einen kleinen Samtbeutel überreichte. Ich nahm diesen etwas zögerlich an und entfernte das Lederband, welches den Inhalt vor mir verbarg. Ich schob meine Hand hinein und meine Finger ertasteten eine rasiermessersscharfe Klinge, an der ich mich sogleich heftig schnitt. Erschrocken riss ich die Hand zurück aus dem Beutel und Blut tropfte mir von meiner Hand auf den wertvollen Eichenholzboden. Señora Castellani streichelte mir etwas grob über meinen Kopf und sagte „Söhnchen, sorg mir dafür, dass dies das einzige Mal sein wird, an dem dein Blut an dieser Klinge klebt“. Er sollte recht behalten.“


Revision [2740]

Edited on 2020-03-19 18:15:16 by JoaquimValdez

No differences.

Revision [2739]

The oldest known version of this page was created on 2020-03-19 18:13:00 by JoaquimValdez
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